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Universitätsklinikum Essen
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Klassische Bypassoperation

Die Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Kommt es zur Einengung dieser Gefäße durch Arteriosklerose (Schlagaderverhärtung, Verkalkung), wird die Durchblutung des nachgeschalteten und davon abhängigen Herzmuskelbezirkes beeinträchtigt (koronare Herzkrankheit).

Im fortgeschrittenen Stadium der koronaren Herzerkrankung (wenn Medikamente allein oder die Aufdehnung der Engstelle mit einem Ballonkatheter nicht mehr helfen) ist eine Bypassoperation die geeignete und beste Methode, die Durchblutung des Herzens zu verbessern. Im Unterschied zur interventionellen kardiologischen Technik mit Ballon- oder Stentimplantation wird durch den Bypass nicht nur eine einzelne Engstelle therapiert, sondern weitere vorhande oder in Zukunft entstehende Engstellen mit behandelt.

Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose. Zur Freilegung des Herzens wird nach einem meist ca. 15 cm langen Hautschnitt das Brustbein der Länge nach durchtrennt, das Herz vorübergehend ruhiggestellt und der Blutkreislauf mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalten. Diese übernimmt neben der Pumparbeit des Herzens auch die Tätigkeit der Lungen.

Das Prinzip der Operation besteht in der Anlage eines Umgehungskreislaufs um die Engstelle herum (Bypass). Hierfür kann eine entbehrliche Vene vom Bein oder eine Arterie von der Rückseite der Brustwand (Arteria mammaria interna) oder vom Unterarm (Arteria radialis) entnommen und zwischen Hauptschlagader und erkranktem Herzkranzgefäß eingesetzt werden.

Am Ende des Eingriffes wird das Brustbein mit Hilfe von Nähten verschlossen. Vor dem Verschluss werden Drainagen (Schläuche aus Kunststoff) eingelegt, um das Wundsekret für einige Tage abzuleiten. Nach der Operation werden Sie für einige Zeit auf der Intensivstation beatmet und überwacht.

- (OPCAB - "off pump coronary bypass grafting")

Diese Operation ist prinzipiell auch ohne Verwendung der Herz-Lungenmaschine möglich. In unserer Klinik geschieht das in ca. 20% der Fälle. Zielgruppe sind in erster Linie Patienten, bei denen die Anwendung der Herz-Lungenmaschine mit mehr Risiko als gewöhnlich der Fall verbunden ist. Das sind z.B. Patienten mit Begleiterkrankungen wie stark verkalkter Hauptschlagader, mit verengtem Kopfschlagadern, mit stärker eingeschränkter Lungenfunktion oder mit eingeschränkter Nierenfunktion.

In dieser Patientengruppe ist es das Ziel, die stark erkrankten Adern und die vorgeschädigten Organe so wenig wie möglich in ihrer normalen Funktion zu beeinträchtigen, um nach der Operation eine schnelle Erholung zu ermöglichen.

Kontakt

Fragen zu diesem Thema beantwortet Ihnen gerne unser Ärzteteam (Ansprech-partner: PD Dr. Matthias Thielmann, Sekretariat).

0201 723-4913