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Universitätsklinikum Essen
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Trans-Katheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI)

Die durch zunehmende Verkalkung entstandene Verengung der Hauptschlagaderklappe (degenerative, kalzifizierte Aortenklappenstenose) ist der häufigste erworbene Herzklappenfehler des Erwachsenen. Ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu, sodass in der Regel Patienten über 65 Jahre betroffen sind.

Die kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI = „transcatheter aortic valve implantation“) ist mittlerweile die Methode der Wahl zur Behandlung inoperabler Patienten mit symptomatischer, hochgradiger Aortenklappenstenose und eine sinnvolle Therapieoption für Patienten mit hohem Risiko für einen chirurgischen Klappenersatz mit Eröffnung des Brustkorbes und Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Hierbei ist es wichtig, dass jeder Patient individuell im sogenannten „Herz-Team“, bestehend aus Kardiologen und Herzchirurgen und Narkoseärzten sowie evtl. anderen Fachdisziplinen, besprochen und diskutiert wird. Dies wird am Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum seit Jahren praktiziert. Ebenso sollte eine solche Prozedur nur an einem Zentrum durchgeführt werden, an dem beide Disziplinen (Herzchirurgie und Kardiologie) vor Ort sind und ein sogenannter Hybrid-Operationsraum vorhanden ist, der es ermöglicht, sowohl kardiologische als auch herzchirurgische Eingriffe vorzunehmen.

 

 

Mögliche Zugangswege für die TAVI sind hierbei die Leistenarterie (transfemoraler Zugang), die Herzspitze (transapikaler Zugang), die Schlüsselbeinarterie (transsubclavialer Zugang) oder die Hauptschlagader (transaortaler Zugang), über welche die Prothese vorgebracht werden kann (siehe Abb. 1). Die hier beschriebene Technik der TAVI basiert auf der Implantation einer auf einem Ballon zusammengefalteten und in ein Metallgerüst (Stent) eingenähten, biologischen Aortenklappenprothese.

Das Westdeutsche Herz- und Gefäßzentrum begann als erstes Zentrum in Deutschland bereits 2005 mit der Implantation von Transkatheterklappen. In Kooperation mit der Klinik für Kardiologie waren wir an zahlreichen Zulassungsstudien in diesem Bereich beteiligt.

Darüberhinaus können mittlerweile auch im Rahmen von Studien auch „andere“ Herzklappen wie die Mitralklappe komplett minimal-invasiv behandelt werden oder sogenannte „Valve-in-Valve“ Prozeduren, bei denen eine Transkatheterklappe in degenerierte biologische Herzklappen eingebracht werden. Hierbei besteht an unserem Zentrum große Expertise bei der simultanen Behandlung von Mitral- und Aortenklappen.

Ebenso führen wir seit einigen Jahren erfolgreich die simultane Behandlung der Aortenklappenstenose mit koronarer Bypassoperation ohne Herz-Lungen-Maschine durch, so dass gleichzeitig die Aortenklappe als auch die koronare Herzerkrankung komplett minimal-invasiv ohne Herz-Lungen-Maschine während einer Operation therapiert werden kann.

 

 

Die Klappenprothese wird hierbei unter Durchleuchtungskontrolle mit Kontrastmittelgabe am schlagenden Herzen in die verkalkte Aortenklappe vorgeschoben und dort nach exakter Positionierung durch Aufdehnung des Ballons entfaltet und freigesetzt. Das Herz wird dabei mit einem Schrittmacher so schnell stimuliert, dass es quasi kein Blut mehr auswirft und die Prothese somit bei der Entfaltung nicht durch den Blutstrom bewegt wird. Bei der TAVI erfolgt also, im Gegensatz zum chirurgischen Aortenklappenersatz, kein Herausschneiden der erkrankten, veränderten Aortenklappe. Dabei kann sowohl auf Brustkorberöffnung, Herz-Lungen-Maschine, sowie auf Herzstillstand und Einnähen der Aortenklappenprothese verzichtet werden; die gesamte Prozedur kann, wie erwähnt, am schlagenden Herzen durchgeführt werden.

Für weitere Informationen zu diesem Bereich steht Ihnen Prof. Dr. Daniel Wendt jederzeit sowohl telefonisch als auch persönlich zur Verfügung.

Prof. Dr. med. Daniel Wendt, FECTS, MHBA

Prof. Dr. med. Daniel Wendt, FECTS, MHBA

Geschäftsführender Oberarzt der Klinik, Bereichsleiter interventionelle Therapie struktureller Herzerkrankungen

0201 723 4919 / Cordless: 0201 723 84912 0201 723 6817 E-Mail schreiben Zum Steckbrief